Mit Kork kein „Aus“ für Kunstrasenplätze
Nachhaltigkeit, Gesundheitsschutz und Sport – Korkgranulat als sinnvolles und ökologisch verantwortungsvolles Material

Herford den

Kunstrasen und damit belegte Sportplätze bieten unschlagbare Vorteile. Doch eben auch den zurzeit medienwirksam diskutierten Nachteil, dass bei der Nutzung dämmende Gummi- bzw. Kunststoff-Granulate durch Abrieb und Verwehung als gesundheitsgefährdende Mikropartikel in die Umwelt gelangen. Doch es gibt eine sinnvolle Alternative, mit der kein Aus für künftige Kunstrasenplätze droht: Granulate aus der Rinde der portugiesischen Korkeiche (Quercus suber L.), die nicht nur von einem nachwachsenden Rohstoff stammen, sondern gesundheitsunbedenklich sind und mit hervorragenden Dämmeigenschaften glänzen.

Spätestens seit dem von der Europäischen Union angekündigten Verbot von Mikroplastik ab 2021 ist die öffentliche Diskussion über den Fortbestand oder die Neuanlage von Kunstrasen-Sportplätzen medienpräsent. Kunstrasen soll die drittgrößte Quelle von Mikropartikeln aus Gummi bzw. Kunststoffen in Deutschland sein, rund 11.000 t davon sollen durch Abrieb und Verwehung in die Umwelt gelangen. Und über die Gesundheitsschädlichkeit von Mikroplastik wird intensiv diskutiert.

Kunstrasenplätze müssen erhalten bleiben

Die Schließung aller Kunstrasenplätze, es gibt Tausende von ihnen in Deutschland, oder der Verzicht auf Neuanlagen ist jedoch nicht der Weisheit letzter Schluss. Natürlich – im besten Sinn des Wortes – bieten auch Naturrasen eine gute Basis für den Bolzplatz, weniger aber für höchste Nutzungsintensitäten und eine ganzjährige Bespielung. Zudem sind Pflegeaufwand und -kosten höher.

Eine überaus sinnvolle, in den Produkteigenschaften gleichwertige, ökologisch verantwortungsvolle und zudem für die Gesundheit unbedenkliche Alternative für Kunststoffgranulat in Sportplatzbelägen gibt es jedoch schon lange: Es ist Korkgranulat – hergestellt aus der Rinde der Korkeiche. Ein nachwachsender Rohstoff, der unter strengen gesetzlichen Auflagen und durch die Natur vorgegeben Regeln aller neun bis zwölf Jahre in Portugal von zumeist selbständigen Korkbauern geerntet wird.

Die Bewirtschaftung dieser Montados, wie die Korkeichenwälder Portugals genannt werden, hat dort nicht nur wirtschaftliche Relevanz, sondern erhält einen einzigartigen Biotop, stabilisiert den auf der iberischen Halbinsel stets gefährdeten Grundwasserspiegel und beugt der Versteppung von Europas Westen vor. Die später aus der Rinde industriell gefertigten Korkgranulate werden seit langem genutzt – geläufig sind Bodenbeläge, Flaschen-Verschlüsse, Dämmstoffe oder Schuhsohlen.

Gesundheitlich unbedenklich: Kork und Korkgranulat

Die Nutzung von Kork als dämmendes Granulat in Kunstrasen nimmt bereits deutlich zu und ist mit vertretbarem Aufwand realisierbar. Das Rohmaterial ist nachhaltig verfügbar und hat gleichwertige Produkteigenschaften zu den bisherigen Lösungen auf Basis von Gummi bzw. Erdöl-Derivaten (EPDM; Ethylen-Propylen-Dien-Monomer). Auch gehört Kork zu den resistentesten organischen Materialien und altert praktisch nicht.

Dazu Joachim Middendorf, Sportamtsleiter der Stadt Bielefeld: „Seit es die Probleme mit Gummidämmungen gibt, setzen wir beim Sportplatzbau Korkgranulat ein“. Ein weiterer Pluspunkt ist die gesundheitliche Unbedenklichkeit sowohl des Granulats als auch dessen potenziellen Abriebs. So ist Kork beispielsweise in der Lebensmittelbranche seit Jahrhunderten verlässlich im Einsatz.

Korkgranulat überzeugt als Kunstrasen-Dämmstoff

Ebenfalls wichtig: Der Kork der Korkeiche, die lateinisch Quercus suber heißt, enthält das namensgebende Suberin – eine Substanz, die für Wasser- und Gasdichtheit sorgt. Was zum Beispiel Kork für Wein- und Sektstopfen prädestiniert – denn so wird nicht nur der Flaschenhals abgedichtet, sondern auch die Schimmelausbreitung verhindert. Letzteres ist auch wichtig für den Sportplatzbau. Korkgranulat gibt Kunstrasen-Sportstätten als Tummelplatz für Kids und Sportprofis eine sichere Zukunft!


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